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Albisheimer Markt und K├Ânigsfest - Zwei Feste mit Tradition:

Albisheim an der Pfrimm feiert nach alter ├ťberlieferung seinen Markt und das K├Ânigsfest, eines der ├Ąltesten Kirchenfeste in der Pfalz. Dieses K├Ânigsfest beruht auf einer Stiftung der Gemeinde aus dem Jahre 1222, die zu Ehren des wohlt├Ątigen K├Ânigs Ludwig des Deutschen (843 - 876) get├Ątigt wurde.  Die Urkunde dar├╝ber ist leider verloren gegangen.  Dieser erste Herrscher im Ostfrankenreich schenkte aus Freigiebigkeit den Albisheimern knapp 1000 Morgen Wald am Donnersberg und 80 Morgen Weideland an der Pfrimm zwischen dem Dorf und dem Heyerhof. Der Kopf des K├Ânigs, wohl konserviert, wurde in einer Kiste in der Kirche aufbewahrt und als Reliquie verehrt.  Von den vielen Bestimmungen der Stiftung haben sich in unserer Zeit nur wenige erhalten. In seiner Predigt gedenkt der Pfarrer der "Gottesgab" und die Gemeinde stiftet die K├Ânigswecke, die an die Besucher des Gottesdienstes beim Ausgang verteilt werden.  Dieses Fest wurde nach der urspr├╝nglichen Bestimmung am Montag nach Gallus (16.  Oktober) begangen.  In der Franzosenzeit wurde das Fest auf den Sonntag verlegt und ab 1831 wird es dann mit dem Markt gefeiert. Auch der Markt hat eine lange Tradition.  Er geht zur├╝ck bis ins 14.  Jahrhundert; denn schon vor 1600 wird Albisheim als Marktflecken bezeichnet.  Aus der sehr reichen Geschichte des Dorfes erfahren wir, dass die Herrschaften ├╝ber Albisheim oft gewechselt haben.  So kam das ehemalige Pr├╝mer Klostergut als so genanntes Klosterlehen an die Grafen von Leiningen.  Sie waren dann die Alleinherrscher ├╝ber diesen Ort von 1221- 1416 und errichteten hier eine Vogtei und einen Rechtsbezirk mit den Orten Morschheim, Rittersheim und Orbis, der als Pflege Albisheim bis 1614 bestand.  Albisheim hatte also die weltliche Gerichtsbarkeit mit einem Hochgericht.  Daran erinnert heute noch der Flurname der "Galgen" und der "Arme S├╝nder Weg". Um das Ansehen von Albisheim zu heben, verliehen die Grafen von Leiningen dem Ort noch das Marktrecht, mit dem viele Privilegien verbunden waren.  In jener Zeit entstanden auch zum Schutz des Fleckens, die Wehranlagen mit den Gr├Ąben, den Pforten und der Warteturm, damals nur die Warte genannt. ├ťber den Verlauf des Marktes ist in den Archiven wenig berichtet.  Nach einer bestehenden Marktordnung war festgelegt, dass der Markt erst nach dem sonnt├Ąglichen Gottesdienst beginnen durfte.  Mit Eintritt der Dunkelheit war er beendet.  F├╝r Einhaltung der Ordnung sorgte der Marktmeister, der in diesem Fall der Dorfb├╝ttel war. Er wies den fremden Gesch├Ąftsleuten die Pl├Ątze an, wachte dar├╝ber, dass die vorgeschriebenen Ma├če und Gewichte beim Verkauf verwendet wurden und sorgte auch f├╝r Ruhe und Ordnung; denn an diesen Tagen fand sich auch viel fahrendes Volk ein.

Seilt├Ąnzer, Radschl├Ąger, Zauberer, Moritatens├Ąnger, Stra├čenmusikanten sorgten f├╝r Unterhaltung und Belustigung.  Sie alle wussten, dass an diesem Tag die Kreuzer locker sa├čen und waren bestrebt recht viel davon einzuheimsen. Wer sich nicht in die Ordnung f├╝gte, wurde des Ortes verwiesen, Randalierer und solche, die dem Wein und Bier zu reichlich zugesprochen hatten, brachte der B├╝ttel kurzerhand ins "Betzenh├Ąuschen'.

Unsere Zeit wei├č nichts mehr von dieser Marktromantik – ehemals der Sportplatz, heute der Brubacher Platz ist in diesen Tagen zum Tummelplatz geworden. Hier haben motorisierte Schausteller einen Vergn├╝gungspark aufgebaut und laden mit Musik aus der Dose die Jugend zum eifrigen Besuch der Fahrgesch├Ąfte ein.

Der H├Âhepunkt des Marktes ist dann am Nachmittag der Festzug, in dem die ortsans├Ąssigen Gewerbebetriebe, Kassen und Banken und die Ortsvereine f├╝r sich und f├╝r das Ansehen des Dorfes werben. Die vielen G├Ąste aus Nah und Fern s├Ąumen die Ortsstra├čen und bewundern die zahlreichen, bunt geschm├╝ckten Wagen und noch mehr die wenigen von Pferden gezogenen Gef├Ąhrte.  Anschlie├čend pilgern die vielen Zuschauer zum Brubacher Platz, wo die am Umzug teilnehmenden Musikkapellen zum Standkonzert aufsielen. Im DGH  klingt dann der Abend aus, Ebenso in den Gastst├Ątten, wo man sich von dem langen Warten und Stehen wieder erholen und st├Ąrken kann. F├╝r Speisen und Getr├Ąnke hat die Gastronomie in Albisheim bestens gesorgt.

Am Marktmontag l├Ądt dann die Feuerwehr zum Tag der offenen T├╝r ans Feuerwehrger├Ątehaus ein. Bei Live-Musik und guten Speisen ist der ├ťbergang vom Fr├╝h- in den D├Ąmmerschoppen flie├čend. Die M├Ąnner der freiwilligen Feuerwehr bem├╝hen sich sehr um das Wohl ihrer Besucher. Am Dienstag dann klingt der Markt im DGH mit einem bebilderten Res├╝mee beim Gesangverein aus.

Verfasser: Ludwig Wasem; Quelle: Festschrift anl. der 1150 Jahr-Feier der Gemeinde Albisheim, 1985.
Digitalisiert und ├╝berarbeitet: Rainer Schroedel